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Rückblick: Forest, fire, faith & fun

Forest, fire, faith and fun – Zwei Tage Natur, die Spuren hinterlassen haben

 

Was passiert, wenn Jugendliche ihr Handy gegen ein Taschenmesser tauschen, ihr Abendessen selbstverantwortlich fangen, auf offenem Feuer zubereiten, ihr Nachtlager im Wald aufschlagen und den Sonnenuntergang am Lagerfeuer erleben?

 

Genau das wollten wir mit unserem zweitägigen Outdoor-Projekt „Forest, Fire, Faith and Fun“ herausfinden.

 

Vier Jugendliche haben sich auf das Abenteuer eingelassen und verbrachten zusammen mit vier Mitarbeitern zwei Tage und eine Nacht im Wald.

Unser Ziel war es, Natur nicht nur als schöne Kulisse zu erleben, sondern als Lern- und Erfahrungsraum für persönliches Wachstum und Begegnungen mit Gott zu öffnen. Dabei standen nicht fertige Lösungen oder Schulwissen im Mittelpunkt, sondern das gemeinsame Entdecken, Ausprobieren, Spielen, Erfahren und Wachsen an echten Herausforderungen.

 

Nach einem kurzen Marsch vom Eschelhof in den Steinbacher Forst auf ein Gelände des Forst BW und einer ersten Kennenlern- wie Orientierungsrunde gab es eine Einführung in grundlegende Knoten. Danach begann der selbständige Bau der eigenen Biwaks. Mit Planen, Seilen und dem gesammelten Wissen der Gruppe entstanden an verschiedenen Stellen im Wald die Schlafplätze. Dabei wurde deutlich, wie wichtig der Blick für die Umgebung ist, aber auch gemeinsame Kommunikation und gegenseitige Unterstützung und Geduld.

Sobald die Unterkünfte standen ging es nach einem schnellen Mittagessen zum gemeinsame Angeln. Für viele war es das erste Mal, selbst einen Fisch zu fangen und anschließend auch zuzubereiten. Den Jugendlichen war der Respekt vor dem Leben des Tieres deutlich abzuspüren. Die Erkenntnis, dass Nahrung nicht selbstverständlich ist und auch nicht im Kühlschrank wächst, war die Folge davon. Der respektvolle Umgang mit Gottes Schöpfung und mit dem, was die Natur uns schenkt, führte so ganz natürlich zu Gesprächen über Dankbarkeit und Verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Zurück am Platz ging es in einer Feuer-Challenge darum, dass die Jugendlichen nach kurzer Einführung geeigneten Zunder und Brennmaterial sammelten und versuchten, mit einem Feuerstahl ein Feuer zu entzünden. Am Abend wurde genau dieses Feuer zum Mittelpunkt der Gemeinschaft. Hier wurden die geangelten Fische gegrillt, gemeinsam gekocht, gelacht, erzählt und Zeit verbracht. Nach einem königlichem Abendessen und gelungenen Tagesabschluss gingen alle in ihre Biwaks, um die Nacht unter den Sternen zu verbringen.

Am nächsten Tag warteten verschiedene Herausforderungen in luftiger Höhe auf die Jugendlichen. Eine Seilrutsche von fast 45 Metern, die Möglichkeit sich selbst abzuseilen und die gemeinsame Herausforderung per Seilzug alle in den Startbaum zu ziehen.

Bei jedem unserer Programmpunkte galt immer das Prinzip: "Challenge by choice!" Eigene Grenzen wahrzunehmen war in unserer gemeinsamen Zeit essenziell wichtig und mit in der Selbstverantwortung der Jugendlichen. Die Freude an den Herausforderungen war trotzdem jederzeit deutlich spürbar.

 

Was mich in der gesamten Zeit immer wieder begeistert hat, war die Offenheit in den Reflexionsrunden. Mit einfachen Methoden blickten wir immer wieder gemeinsam auf das Erlebte zurück. Was hat mich herausgefordert? Worauf bin ich stolz? Wo habe ich Hilfe gebraucht? Ehrlicher Tiefgang, Empathie und tiefes Nachdenken waren die Antworten. Jugendliche beschrieben, dass sie mehr geschafft hatten, als sie sich selbst zunächst zugetraut hätten. Andere erzählten, von Herausforderungen, Scheitern, aber auch lernen und innerem Wachstum.

 

Beim Staunen über die Natur, in Momenten der Stille, beim gemeinsamen Gebet am Lagerfeuer oder in persönlichen Gesprächen wurde an diesem Wochenende der christliche Glaube greifbar. Themen wie Vertrauen, Dankbarkeit, Schöpfungsverantwortung und Gemeinschaft konnten direkt mit den Erlebnissen der Jugendlichen verbunden werden. Gerade die Einfachheit des Lebens im Wald eröffnete einen neuen Blick auf das, was im Leben wirklich trägt.

Auch für das Mitarbeiterteam war das Wochenende eine bereichernde Erfahrung. Jeder brachte seine eigenen Begabungen ein – sei es im Bereich Wald und Natur, beim Klettern und der Seiltechnik oder in der Begleitung der Jugendlichen.

 

Die Rückmeldungen der Jugendlichen und Mitarbeitern fielen durchweg positiv aus. Der Wunsch, ein solches Wochenende bald wieder zu erleben wurde durchweg geäußert... gerne auch mit einem Tag mehr Zeit. Die ungezwungene Verbindung aus Natur, Abenteuer, Gemeinschaft und Glauben hat Potential für die Zukunft.

 

Vielen Dank an alle Teilnehmende, an Paul, Julian & Julia, den BAK und Forst BW, die dieses Wochenende überhaupt ermöglicht haben. 

 

Benedikt Schwab



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